Vater im Rollstuhl mit Kind im angehängten Rollikup

Von Menschen mit Behinderung für Menschen mit Behinderung

Inklusionsunternehmen gewinnt mit erster eigener Erfindung eine TV-Show

Inklusionsunternehmen leisten einen entscheidenden Beitrag zur Inklusion: Sie bieten Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, bei dem sie auf Augenhöhe mit Menschen ohne Behinderung zusammenarbeiten. Das Bielefelder Inklusionsunternehmen Teuto InServ, Mitgliedsorganisation im Paritätischen NRW, sorgt mit einem eigens entwickelten Produkt nun für noch mehr Inklusion und feiert damit große Erfolge, unter anderem in einer TV-Show. Die Rollstuhl-Anhängerkupplung Rollikup erleichtert Rollstuhlfahrerinnen und -fahrern den Alltag und sorgt für mehr Selbstständigkeit.

Problemlösung gefunden


Der Name Rollikup setzt sich aus den Wörtern „Rollstuhl“ und „Kupplung“ zusammen. Entstanden ist die Idee aus einem Gespräch mit einem Rollstuhlfahrer, der nach einer Möglichkeit suchte, seine Kinder mit Hilfe eines Fahrradanhängers zu transportieren. Denn gewöhnliche Lösungen funktionieren hier nicht: Sie sind nicht mit allen Rollstühlen kompatibel, sind zu schwer oder lassen sich nicht ohne fremde Hilfe bedienen. Eduard Wiebe, Fertigungsleiter bei Teuto InServ, begann mit dem Tüfteln. Herausgekommen ist Rollikup. Das System ist das weltweit erste seiner Art. Anders als existierende Kupplungen für Fahrradanhänger lässt sich Rollikup auch hinter dem Rücken und mit einer Hand bedienen. Das ermöglicht Rollstuhlfahrerinnen und -fahrern, schnell und eigenständig einen Anhänger an ihrem Rollstuhl zu befestigen und so zum Beispiel die Kinder aus der Kita abzuholen, einkaufen zu gehen oder schwere Gegenstände zu transportieren.

Überzeugende Erfindung


Normalerweise fertigt Teuto InServ Teile für die Automobilbranche. Rollikup ist die erste Eigenproduktion des Inklusionsunternehmens, bei dem zwei Drittel der Mitarbeiter/-innen eine Behinderung haben. Der wichtige Nutzen der Anhängerkupplung für Rollstuhlfahrer/-innen und das Prinzip „von Menschen mit Behinderung für Menschen mit Behinderung“ kommen gut an. Bei der Pro-Sieben-Show „Das Ding des Jahres“ überzeugte es die Jury und wurde mit einem Preisgeld von 100.000 Euro ausgezeichnet.

 

Bild: ©Teuto InServ

Praktisch: Mit Hilfe der Rollikup lässt sich der Anhänger neben den Rollstuhl drehen.
©Teuto InServ
Teuto InServ hat neben der Anhängerkupplung auch eine praktische Box entwickelt, mit der Einkäufe oder schwerere Gegenstände transportiert werden können.
©Teuto InServ