Zelte in einem Flüchtlingscamp. Auf einem steht Help us, open the borders now

Humanitäre Lösung für Moria

NRW-Wohlfahrtsverbände fordern schnelle Soforthilfen vom Land NRW

Die Landesarbeitsgemeinschaft der nordrhein-westfälischen Wohlfahrtsverbände (Freie Wohlfahrtspflege NRW), der auch der Paritätische NRW angehört, fordert eine humanitäre Lösung für die Opfer der Brandkatastrophe im griechischen Flüchtlingslager Moria. „Europa steht vor den Trümmern seiner Ignoranz und Verweigerungshaltung“, sagt Michael Mommer, Vorsitzender des Migration-Ausschusses der Freien Wohlfahrtspflege. Die Verbände fordern von der nordrhein-westfälischen Landesregierung NRW Soforthilfen für die Flüchtlinge.

Katastrophe hat sich abgezeichnet

„Moria ist abgebrannt – und damit europäische Verantwortung, Solidarität und Humanität“, sagt Mommer. Eine humanitäre Katastrophe in den völlig überfüllten Flüchtlingslagern habe sich seit Monaten abgezeichnet. Die Freie Wohlfahrtspflege NRW habe wiederholt darauf hingewiesen, dass eine Aufnahme von Geflüchteten aus Moria und anderen Lagern dringend geboten sei. „Bundesweit haben sich über 170 Städte und Kommunen zu ‚Sicheren Häfen‘ erklärt, darunter auch zahlreiche Kommunen in NRW, die seit Monaten bereit sind, Geflüchtete aus den Lagern aufzunehmen“, sagt Mommer.

Forderungen an das Land NRW

Die Wohlfahrtsverbände in NRW fordern die gestern von Ministerpräsident Laschet angekündigte schnelle Soforthilfe für Moria umzusetzen. Gleichzeitig müsse das Land weiter mit Nachdruck auf eine nachhaltige europäische Hilfe bei der Aufnahme von Kindern und Familien hinwirken. Nordrhein-Westfalen solle die angekündigte Bundesratsinitiative des Landes Berlin unterstützen, mit der Landesaufnahmeprogramme für Flüchtlinge ermöglicht werden könnten. Ziel sei eine Änderung des derzeit geltenden Aufenthaltsgesetzes dahingehend, dass das Bundesinnenministerium zwar ins Benehmen gesetzt wird, aber keine Zustimmung mehr für solche Programme geben muss. „Wenn Appelle an Humanität nichts fruchten, müssen Taten möglich sein“, sagt Mommer.


Bild: © Jim Black/Pixabay